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19 July 2014

Emerging Markets warden von Renditejagd profitieren 

CIO of Brown Shipley Kevin Doran describes how emerging market sovereign bonds offer an attractive investment opportunity

In den vergangenen Jahrzehnten ist die Quelle weltweiter Finanzkrisen wie ein Pendel zwischen Schwellenländern und Industrieländern hin unde her geschlagen.

Angefangen mit der mexikanischen Peso-Krise 1994, gefolgt von Ostasien 1997, Russland 1998 und dann Argentinien zur Jahrtausendwende hatten die Volkswirtschaften der Schwellenländer kontinuierlich mit finanziellem Missmanagement zu kämpfen, das weltweit für Aufsehen sorgte.

Vor kurzem jedoch, angefangen mit dem Platzen der Dotcom-Blase 2001, gerieten die westlichen Volkswirtschaften ins Rampenlicht und stahlen mit der weltweiten Finanzkrise 2007/08 allen die Show.

Im selben Zeitraum ging es mit der Nachfrage der Anleger nach Staatsanleihen – sowohl von Schwellen- als auch von Industrieländern – ebenso auf und ab, in der Regel parallel zu den wahrgenommenen Risiken (bei den Schwellenländern) und Zinssätzen (bei den Industrieländern).

Vor dem Hintergrund, dass die kurzfristigen Zinsen in den USA seit Ende 2008 nahe null liegen, überrascht es nicht, dass die Nachfrage nach Treasury Bills in den letzten Jahren sehr verhalten war. Zur gleichen Zeit waren europäische Staatsanleihen aufgrund der Schuldenkrise in Europa noch viel unattraktiver.

Trotz jüngster Herde der Instabilität in Ländern wie der Ukraine und der Türkei gelten die Schwellenländer heute im Allgemeinen als nicht mehr so risikoreich wie in früheren Jahren. Hinzu kommt, dass die Wachstumsraten der Schwellenländer zwar noch nicht wieder Vorkrisenniveau erreicht haben, in der Regel aber immer noch höher sind als die der Industrieländer.

Die Weichen für Schwellenländer-Anleihen als attraktive Chance für Anleger, die eine Portfoliodiversifizierung anstreben, sind also gestellt. Immerhin sind neun der zehn Schwellenländer-Fonds mit der besten Performance (seit Jahresbeginn) zumindest zu einem gewissen Teil in Anleihen investiert.

Eine Reihe von Faktoren hat den zehn Jahren Konsolidierung ein Ende gesetzt. Letztere hatte es den Schwellenländern erschwert, ausländische Investoren zu finden sowie den Export zu fördern, und hatte explodierende Zinssätze zur Inflationsabwehr zur Folge.

Heute können die Schwellenländer – mit ihrer überschaubaren Staatsverschuldung, die geringer ist als in vielen Industrieländern –einen Mittelweg für Investitionen anbieten. Die geschieht zudem in einem Umfeld, das für seine Extreme bekannt ist und in dem sich das Risiko-Rendite-Verhältnis günstig darstellt. Die hohe private Verschuldung beflügelt die Entscheidung der Anleger, sich nach Anleihen umzuschauen, zusätzlilch.

Die Zentralbanken verschiedener Entwicklungsländern haben Bereitschaft gezeigt, der Inflation – die zum Teil auf einen starken Rückgang der Wechselkurse in den letzten Monaten zurückzuführen ist – mit restriktiver Geldpolitik entgegenzuwirken. Die erwarteten Renditen aus Schwellenländer-Anleihen werden erheblich höher sein als bei Staats- und High-Yield-Anleihen aus Industrieländern.

"Demografische Dividende"

Schwellenländer-Anleihen in Hartwährung bieten zusätzlichen Schutz, weil für Anleger die mit Inlandswährungen verbundenen Risiken wie Abwertungen zur Verbesserung der Leistungsbilanz wegfallen.

Ein weiterer Faktor, der zu einer Verlagerung in Richtung Schwellenländer beiträgt, ist die so genannte „demografische Dividende": mit jungen Bevölkerungen und hohen Wachstumsraten sind jetzt schon mehr als 80 % der Weltbevölkerung in den Schwellenländern zu Hause. Bis 2025 wird eine weitere Milliarde Menschen auf die Welt kommen – der größte Teil in den Schwellenländern.

Reiche Bodenschätze, darunter circa 90 % der nachgewiesenen weltweiten Ölvorkommen, sowie der zunehmende Süd-Süd-Handel sind weitere Treiber für langfristige Expansion.

Es sind jedoch nicht alle Schwellenländer gleich. Lateinamerika wird durch seine Nähe zu den USA und die hohen Erträge früh vom ausländischen Interesse an Staatsanleihen profitieren – dieses Interesse wird jedoch vorerst nicht aus Europa kommen.

Vernachlässigbare Leistungsbilanzdefizite (im Verhältnis zu den Devisenreserven) und die hohe Verfügbarkeit von Liquidität in der Region sorgen dafür, dass das Risiko-Rendite-Verhältnis attraktiver ist als an Cross-Over („gefallene Engel")- und High-Yield-Anleihenmärkten.

Emittenten aus Schwellenländern, sowohl Staaten als auch Unternehmen, haben sich im ersten Quartal dieses Jahres etwas über 100 Mrd. USD an den Anleihenmärkten beschafft. Dieses Volumen liegt leicht unter dem Gesamtwert des Vergleichszeitraums 2013. Wir haben jedoch allen Grund zu der Annahme, dass sich die Anleger im Zuge ihrer Suche nach Renditechancen immer mehr in Richtung Schwellenländer-Anleihen orientieren werden.

- Börsen-Zeitung