28 August 2014

Prototyp der Privatbank von morgen 

Report on KBL epb’s Half Year results for H1 2014, referring to the bank as “the prototype private bank of tomorrow”

Sie kommt zwar nicht aus der Schweiz. Doch sie versteht es, die schweizerischen Qualitäten geschickt zu nutzen. Das sind die sieben Merkmale der Privatbank von morgen.

Die Rede ist von der luxemburgischen Privatbankengruppe KBL. Dabei handelt es sich um ein Netzwerk von mehreren Finanzinstituten, die mit rund 2'000 Beschäftigten in insgesamt 47 Städten in neun Ländern vertreten sind.

Mit ganzem Namen heisst das Unternehmen KBL European Private Bankers (KBL epb) und ist auch in der Schweiz auf Expansionskurs, wie finews.ch schon verschiedentlich berichtete. Am Mittwoch publizierte die Gruppe ihre Semesterzahlen, was eine gute Gelegenheit ist, KBL ebp zum Prototyp einer Privatbank von morgen zu küren. Und dafür gibt es mehrere, handfeste Gründe:

1. Profitables Geschäft

KBP epb erzielte im ersten Halbjahr 2014 einen Gewinn von 50 Millionen Euro, was einer fast 20-prozentigen Steigerung im Vergleich zur Vorjahresperiode entspricht. Dabei konnte die Bank ihre verwalteten Vermögen um 1,7 Milliarden Euro auf 42,7 Milliarden Euro steigern.

Erstens, die Bank ist auch im volatilen und sich stark verändernden Umfeld profitabel.

2. Potente Eigentümer

Das Institut ging aus der Kredietbank Luxembourg hervor und ist seit 2011 im Besitz der katarischen Beteiligungsgesellschaft Precision Capital, einem Unternehmen, das der katarischen Herrscherfamilie relativ nahe steht.

Zweitens, die Bank gehört einer Gruppe von Investoren, die bis auf weiteres jene Mittel besitzt, um die Finanzbranche über die nächsten zehn oder zwanzig Jahre massgeblich zu gestalten.

3. Starker Finanzplatz

Die Bankengruppe hat ihren Sitz in Luxemburg. Das ist ein wichtiger Vorteil, da dieser Finanzplatz einerseits innerhalb der EU liegt, es ihm aber andererseits in den vergangenen zwanzig Jahren gelungen ist, eine grosse Eigenständigkeit zu bewahren. Gleichzeitig verfügt Luxemburg über jenen Personen- und Kompetenz-Cluster, der für einen wettbewerbsfähigen Finanzplatz unentbehrlich ist.

Drittens, die KBL-Gruppe ist an einem zukunftsträchtigen Finanzplatz domiziliert.

4. Informatik-Kooperationen

Die KBL-Gruppe legt Wert darauf, schlank und agil zu bleiben. Das äussert sich auch in der Informatik. Hier setzt die Bank auf Kooperationen und halt so die Kosten tief. Jüngstes und wohl auch wichtigstes Beispiel ist die kürzlich abgeschlossene Absichtserklärung mit der Genfer Bank Lombard Odier, wonach KBL künftig die hoch moderne IT-Plattform von Lombard Odier benützen wird. Umgekehrt bauen die Genfer inzwischen gezielt diesen Geschäftsbereich (Informatik für Dritte) aus, um so ihren Geschäftsmix breiter abzustützen. KBL-CEO Yves Stein (Bild) ist zuversichtlich, dass die Kooperation mit Lombard Odier bis Ende Jahr in trockenen Tüchern ist.

Viertens, das Institut nutzt die grossen Vorteile, welche eine IT-Plattform von schweizerischer Solidität und Zuverlässigkeit bietet und spart so die enormen Kosten eines Alleingangs.

5. Bewährte Namen

Die KBL-Gruppe nutzt geschickt das Vermächtnis grosser Namen und macht so nicht den Fehler, allles gleichzuschalten. Im Gegenteil. Da, wo es Sinn macht, belässt das Unternehmen die bewährten Markennamen und nutzt so den jeweiligen Goodwill. In Deutschland operiert KBL unter dem Namen Merck Finck, in England unter Brown Shipley, in Frankreich unter KBL Richelieu oder in Holland unter Theodoor Gilissen. Das sind Marken, die uns in der Schweiz nicht unbedingt geläufig sind, doch in den jeweiligen Heimmärkten haben sie einiges an Gewicht.

Fünftens, die KBL versteht es, auf die Stärken aus der Vergangenheit zu setzen, um die grösstmögliche Glaubwürdigkeit zu erlangen.

6. Investitionen als Signal

Das in dieser Konstellation relative junge Unternehmen mit starken Eigentümern im Rücken kann unter diesen Voraussetzungen stark wachsen und in die Zukunft investieren. Das ist ein wichtiges Signal, um kompetente Leute anzuwerben. Das hat das Unternehmen nicht zuletzt auch in der Schweiz getan, wo es KBL Swiss Private Banking gelungen ist, eine ganze Reihe von Top-Leuten an Bord zu holen, wie finews.ch verschiedentlich berichtet hat. Weitere personelle Zuzüge sind geplant, wie CEO Stein verlauten liess.

Sechstens sendet die Bank die erforderlichen Signale aus, um kompetente Mitarbeiter für sich zu gewinnen.

7. Soziales Engagement

In der heutigen Zeit des Gutmenschentums und der raschen Verbreitung von guten wie auch schlechten Nachrichten über die Sozialen Medien macht es sich gut, auch noch ein gewisses soziales Engagement für eine Privatbank zu zeigen. Das macht die KBL-Gruppe in verschiedener Hinsicht. So unterstützt sie diverse Stiftungen in der Krebs- und Autismus-Forschung und hat darüber hinaus einen langjährigen Kooperationsvertrag mit einer Non-Profit-Organisation abgeschlossen, die Jungunternehmer (Jonk Entrepreneuren Luxembourg) im Fürstentum Luxemburg fördert.

Siebtens, die KBL-Gruppe definiert sich nicht nur als Finanzakteurin, sondern will auch ihren Beitrag an eine bessere Welt leisten. Gut möglich, dass dies auch zum Profil einer Privatbank von morgen gehört.

- Finews.ch